stuff





10. Oktober 2009

Einer dieser Abende mit Nichts im Kopf. Kalte Leere. Ein Hauch von Nichts, ohne Emotionen. Wen oder was nehmen wir von draußen mit; in unser Herz? Brauchst noch ein wenig, um in die Dunkelheit einzutauchen. Gleich bist du da.

Licht und Schatten. Durchtrittst das Tor von gut und böse und schüttest deine Macht zu deinen Füßen, betrachtest sie eingehend und es spiegelt sich ein Gesicht wieder, aber es gehört dir nicht.

Ein trüber Windhauch entzweit und du sammelst bis zum Morgengrauen ein mit dem Kopf im Morgen, um zu dem zu finden der dir sein Gesicht verlieh. Nicht links, nicht rechts oder geradeaus – du kehrst um und läufst zu dir zurück.

K o p f l o s .


want a story?

Du wolltest eine Geschichte - hier bekommst du eine.
Es ist die Geschichte der Wahrheit. Die Geschichte vom Fliegen lernen und die Geschichte vom Leben.

Du hast die Flügel der Wahrheit gefunden und treibst weit fort, vielleicht ohne genau zu begreifen wohin - doch du findest immer wieder zurück. Zurück zu mir oder auch vielleicht zurück zu dir.

Entbrennst vor Leidenschaft wenn du mir in die Augen blickst und spürst wieder wie es ist Fliegen zu können. Die Erregung brennt auf deinen Lippen und in deinem Geist entfacht ein Feuer.
Du weißt um die Absolutheit des Moments - der Moment in dem es keine Tränen mehr geben wird, denn du hast sie mit dem Hauch der Liebe von meinen Wangen geküsst.


believe me

Lange ist es her. Hast alles zurück gehalten. Bist high. Weißt du wirst früher oder später die Kontrolle verlieren, wirst nicht mehr du sein. Jemand anderes.
Bist abhängig, doch gestehst es dir nicht ein. Hast endlich etwas, um leere Abende zu füllen, um Gedanken wegzulenken und dich auf etwas anderes zu konzentrieren. Genießt die andere Stille. Jeder Tag gleicht dem anderen. Alles erscheint sinnlos, aber erst nach dem Moment.

Der Moment des Fliegens, der Drehung, der Entscheidung nach nichts. Der schwankende Gang nach vorne, die dreifaltige Bewegung der Bewegung. Jede verhängnisvoll und gut.
Ich und du, wir kämpfen jetzt. Ich weiß du wirst gewinnen, aber Wort für Wort bin ich diese, die dich zum Gewinn treibt, denn ohne mich bist du ohnmächtig, denn ich befehle dir Form und Farbe. Ich allein. Und es ist gut so, in dieser farbverlaufenden Welt. Was nehmen wir denn wahr, außer das? Ist es nicht das Leben das an einem reißt, wenn der Wind den Mantel bläht und er mit deinen Haaren spielt - und dennoch: wir schicken ihn fort, doch wir wissen auch, dass er wiederkehrt.

Spürst dich mehr als sonst. Kämpfst gegen die Chemie in deinem Körper. Denkst anders, wirr, triffst kaum noch die Tasten. Aber du bewegst dich. Der Geist schon abgehoben aus dem verzweifelten Versuch heraus zu überblicken wie lange man noch fähig ist die Wahrheit zu erzählen.

Die Wahrheit über das unausweichliche Leben. Wir alle wissen was Leben bedeutet aber sie kennen nicht die Wahrheit, weil sie kalt in der Welt sind und die Welt sich Kälte und Wärme gibt und nimmt. Aber auch die Kalten geben Kälte weiter und ich stehe unter einer Eiskuppel und frage mich wie lange noch. Ich warte auf das Aufwachen. Wir sind alle nur noch Idioten unserer selbst. Ihr fragt nicht mehr und ich rede nur noch unter Drogen zur Welt, denn ich weiß eines - Dinge in so einem Zustand preiszugeben - diese kommen von ganz tief unten, denn Nachdenken geht nicht mehr. Es siecht nur ein kleines schwarzes Gefühl zwischen den Fugen aus dem Hosenbein hinab - trocknet, oder versickert und birgt schwarze bittere Früchte. Früchte der Wahrheit. Wer der Wahrheit dieser Welt ein Stück näher kommen will so soll er von diesen schwarzen Früchten kosten. Die Wirkung: gigantisch – sie wird nicht ausbleiben.

Und wir laufen weiter durch den Regen den Kragen viel zu hoch gezogen, halten den Blick gesenkt und verschwinden im Nebel. Einen nächsten Morgen gibt es für uns nicht mehr, heute werden sich neue Suchende in den Nebel wagen, nur dann wissen sie wer sie sind: alt, reich, krank, egoistisch, vermisst oder tot.

Ich ziehe weiter und zerfalle zu feinem Sternenstaub.


acanthaceous

Schwüle in der Luft. Druck auf der Seele. Ein Paukenschlag aufs Herz und berstende Stille.

Nimmst die Worte nicht mehr in den Mund, verbirgst Metaphern und tiefe Schatten, welche sich starr um deinen Hals legen.

Hast erkannt, um zu hassen. Ernüchterung in der Heimat. Willst loslassen. Gefangen im Busch der Rosen. Kannst sie sehen, wirst von den Dornen an deinem Platz gehalten.

Hoffst nicht auf den Winter. Willst die Rosen sehen, willst hoffen und lieben.

Stimmengewirr welches an dein Ohr dringt. Willst die Dornen nicht wecken. Hälst die Luft an und siehst die Rosen welken. Musst dich selbst schützen. Weißt um die Macht, welche dir nicht wohl gesinnt ist. Hast angst Erwähnung zu finden. Willst die Last nicht auf deiner Schulter spüren. Spürst all die Verlogenheit, welche Hand in Hand der Wahrheit folgt. Entwickelst Hass-Liebe. Bist gut darin. Besiegst Angst mit Herzschlag. Vereinigst den Sauerstoff der Furcht in deinen Lungen, welche im Vakuum vor dir zerfällt.

Erntest nachts das Leben und morgens Hohn. Weißt um die Affektiertheit eines jeden. Speiübel brichst du sie hervor, stempelst sie zum Lügner. Doch die Tür der Ehrlichkeit bleibt fest verschlossen. Denn dort ist niemand der sie sehen möchte.

Ein Stück Hoffnung auf dem Fensterbrett. Gekerkert in Erde. Blüht ihrer Bestimmung wegen. Gegossen mit salzigen Tränen. Sie lächelt dich an und verwandelt Trauer in eine Knospe der Hoffnung.

Weißt du wirst das Fliegen lernen. Ein Same wird sich in deinem Gefieder verfangen und du wirst ihn rechtzeitig abwerfen und dich gut um ihn kümmern. Wirst zum Leben dorthin zurückkehren. Allein.

Siehst jedoch das Jetzt. Den unerschütterlichen Moment. Zerstörung. Unruhe. Mittendrin und kein Entkommen. Nicht in der Lage etwas zu verändern. Kein Traum. Kein Erwachen.

Du packst zu. Spürst Dornenblut in deiner Hand.


betweenmeandyou

Immer auf der Suche der Irrealität und auf der Flucht vor dem eigenen Schatten. Eigentlich zu tief, um es in Worte zu kleiden. Stellst deine Tränen hinten an – wirfst dir vor was andere dir vorwerfen und alles erscheint unüberwindbar. Musst damit leben, dass man dich völlig falsch einschätzt und jedes andere Wort einen Angriff bedeutet.

Denkst du wärst taub, aber es drängt sich durch dein Ohr in deinen Kopf – schreiend und außer Kontrolle – irgendwann.

Bist nicht so wie alle anderen oder die meisten von ihnen; denkst mehr und empfindest die Welt fünf Grad kälter. Willst nur Recht und Wahrheit. Weg von Oberflächlichkeit und Heuchelei.

Frierst und niemand der dich wärmt. Keiner der dir Gedanken und Bilder nimmt – du kannst sie nicht tragen. Situationen welche Großes auslösen. Erntest Unverständnis und wirst mit Fragen bombardiert auf die es sich nicht lohnt eine Antwort zu geben. Spielst Schach im Geiste – berechnest drei Züge im Voraus und weißt du musst – kannst aber nicht ziehen. Schach Matt; du schweigst. Deine letzte Option, das letzte bisschen Stolz.

Willst nicht mehr die Schuld tragen, weil du die Bedeutung lerntest. Wurdest hart bestraft. Verbale Tritte, ein gebrochener Wille. Nicht nur mit Worten bekennen, sondern mit standhaften Herzen bürgen, obgleich du wusstest: es ist falsch.

Wolltest nicht mehr die Schuldige sein, wolltest nur noch deine Ruhe; wiest alles von dir ab. Keiner sollte dich mehr verletzen. Hast dein Ansehen verloren und pflegst es nur noch außerhalb. Hegst Aggressionen anhand Stimmlagen und denkst schon gar nicht mehr nach. Hast damit abgeschlossen, aufgegeben. Kannst dem nie gerecht werden. Nie langfristig. Perfektion welche du nicht zeigen kannst. Missverständnisse. Kennst deine Regel Nummer eins. Wir kennen sie alle.

Versuche nichts zu widerlegen, es könnte schlimmer kommen. Nicht gut für den Sinn. Nicht den Gefühlen hingeben. Hart wie ein Brett. Beißt auf die Zitrone ohne das Gesicht zu verziehen. Lass allen ihre Ansichten. Hast es nicht verdient. Musst darauf klarkommen. Vermeidest Konversationen. Sitzt mit deinen Feinden an einem Tisch, weißt wie sie dich sehen. Du weißt es. Das war’s. Mehr ist nicht drin. Nichts was jemals funktioniert hätte. Diese Falschheit. Das Denken, sie wären im Recht und fühlen sich gut dabei. Eine Verworrenheit und Sturheit – soweit bis zur vollständigen Überzeugung und das jämmerliche Festkrallen daran. Nichts was es zu rütteln gäbe.

Wurde geschunden, zerbrach. Und trotzdem suchte ich den Grund in mir. Aus Angst einen großen Fehler zu machen. Vielleicht den Fehler meines Lebens.

Dinge, die so tief sind, dass man sie nicht fassen kann. Situationen in denen es einem eiskalte Schauer über den Körper jagt – die Kopfhaut sich zusammenzieht und du denkst es wäre alles vorbei. Unwiederrufbar , so klar und die Luft voller Adrenalin. Die Panik und dein Sprung ins Unergründliche.

Angst vor dem neuen Morgen und doch lässt du ihn passieren. Stirbst vor Angst und hoffst du wirst wieder wach. Siehst Bilder und Gedanken, welche dich in Flutwellen zu überrollen scheinen. Sitzt gerne in der Perfektion und tust nichts. Raffst dich nicht auf. Die Zeit ist um, das Leben nimmt seinen Lauf. Hast angst Freunde zu gewinnen, du könntest sie verlieren. Gaukelst vor du liebtest dich und hasst dich mehr denn je. Und es widert dich an. Versuchst deine Umwelt in Perfektion zu tauchen, um dich besser zu fühlen.

Schreibst diese Zeilen. Es ist Nacht, früher Morgen. Bist müde. Findest dennoch keinen Schlaf. Du schreibst und wartest auf das Echo welches Zeit und Raum übertrifft.


beat it

Schlag die Augen auf, es ist Tag. Nimm eine Nase Sauerstoff und fang mit dem Leben an.

Ja du wirst all das brauchen. Hör auf zu denken und lass dich durch dein Leben schubsen.

Flehst zum Himmel. Bist wirr und kühl. Fühlst ein rasendes Herz. Verstehst nicht. Kalt und wirr. Eiskristalle auf deiner warmen Haut. Doch sie schmelzen nicht.

Presst deine Gedanken aus dir heraus. Bist drauf und dran aus dem Augenblick heraus deine Sinne zu verlieren. Willst aus dir heraus, durch diese eine Tür. Nicht links oder rechts. In deine Richtung.

Ein Schritt vor dem Absturz, eine Sekunde vor dem Wahnsinn. Bist viel zu schnell. Lässt nicht stoppen. Weißt nicht was geschieht. Lebst für das Gefühl in dir. Ernährst dich von ihnen.

Und du wirst langsamer. Trauriger. Drehst dich um und setzte dich in die kalte Welt. Auf Augenhöhe mit dir selbst. Fragst dich wie du all das verarbeiten kannst.

Bist verstört, verängstigt und erdrückt. Willst und lässt nicht geschehen. Siehst in den Morgen und hältst die Vergangenheit an.

Schlägst es…


keep the moment

Habe einen Code erschaffen, welcher nur mit meinem Herz erschlossen werden kann. Kein Platz für herzlose Wesen. Für jene die weder verstehen noch begreifen…

Würde gerne finden was zu mir gehört und abstoßen was mich erdrückt. Perspektiven welche im Wind flattern und Zeichen welche nicht gesetzt werden. Nur wenige die die Wahrheit erkennen und sie leben lernen.

Die, welche nicht gezwungen die Augen verschließen und durchbrechen lassen was auch kommt. Ohne rot zu werden. Und sie glauben. Und sie reden und verbreiten. Und sie wissen nicht was sie tun. Nur noch schwarz und weiß, obwohl alles nur noch grau ist. Doch sie glauben daran. Schwarz und weiß.

Niemand wird daran zweifeln, denn die Quelle scheint unantastbar und mächtig. Sprudelt zusammen, was scheint was zusammen gehört.

Alles nicht mehr nachvollziehbar und man verliert den Einsatz und muss trotzdem weiter spielen. Kannst nicht aufhören, weil alles weiter geht. Weil du atmest. Und am Leben bist.

Einfach so.


Scars deep down inside me

Narben die du mir zufügtest. Ohne Bemerken. Ohne Halt und ohne Grenzen. Habe den Schmerz nie vergessen. Und du bliebst kalt und ohne Furcht. Deine kalten Augen tasten meinen Körper entlang; und sie sehen nicht.
Sehen nicht was ich sehe. Sehen nur in sich hinein ohne zu begreifen. Kannst Gedanken nicht mehr ordnen, noch deine Sinne. Lebst nur für dich selbst. Für gut befunden.
Hast deine Grenzen und Sehnsüchte um dich gesteckt und verteidigst sie. Fügst mir Narben zu und kämpfst. Ringst vielleicht nur mit dir selbst oder mit deinem Schatten der dir stetig folgt und blickst dich nicht um. Siehst nicht wer vor dir steht. Hast Werte vertauscht, dein Gleichgewicht geht in die Brüche.
Wirst nie den Schmerz erlernen, welchen ich schlucken musste. Hast mich nicht weinen sehen. Hörst dein Recht welches zu dir schreit aber nicht mein Herz welches bitter unermüdlich schlägt.
Hast nicht um den Preis gewusst welchen ich zahlen musste. Konnte die Summe deiner Forderungen nicht aufbringen. Habe mich gewunden, meinen Geist geschlagen. Gerechtigkeit. Narben der Gerechtigkeit, Wut der Vollkommenheit.
Habe alles gegeben und dich nie erreicht. Warst zu weit weg, nie da. Konnte nichts beweisen und habe doch immer gekämpft. Du stießt mich in den Ring und ich musste gewinnen. Habe alles gegeben und mich selbst verloren.
Keiner wird mich finden. Bin nicht von hier. Wohne im nirgendwo und gehe ins Ungewisse. Öffne die Tore und trete in die funkelnde Dunkelheit, jenseits von allem.
Stoße mich ab und tauche unter. Für eine Zeit in der ich nicht hier bin. Ich lasse meine Hülle bei euch zurück. Bei euch, die ihr euch mit Messerklingen darüber hermacht nur um euch selbst zu gewinnen. Um Stärke zu tanken. Aber ich werde nicht dort sein. Für einen Moment. Nur ganz kurz nicht bei euch. Mit leeren Augen und ohne Schmerz.
Fahre zurück in meine kalte ausgelaugte Hülle. Mein Sinn welcher langsam hineingleitet und sich seinem Gegenstück ergibt. Nehme den Schmerz auf und taste nach neuen Wunden.
Bin wieder hier und ihr habt es nicht bemerkt. Nahmt keine Kenntnis davon dass ich nicht unter euch war. Bliebt bei euch selbst, euren Stolz heilend. Entzogt mir die Kraft und stießt mich ab.
Auf dem kalten Boden liegend. Zuckende Narben unter meiner Haut. Angst kriecht durch meine Haare, ein kalter Schauer am Hals. Tunnelblick. Kann nicht weinen. Habe das Vertrauen in die Welt verloren.
Starr und gebrochen. Ohne Emotion. Ohne Mut zu atmen.
Du hast es geschafft. Hast mich zu dem gemacht was ich bin. Ich war nicht hier, nur kurz. Einmal nicht aufgepasst.
Und du hast vergessen. Schaust mich nicht mehr an. Wendest dich wieder dir selbst zu. Weißt um deinen Willen aber nicht um mein vernarbtes Herz.

Werde zurückkehren, wenn ich gelernt habe aufzustehen. Werde dir fest in die Augen schauen – mein vernarbtes Herz auf einem goldenen Tablett.


untitled.

Lebst vor dich hin, treibst vorwärts im Kreisel deines Seins. Hast erkannt und nicht behoben. Willst mehr als jetzt. Kannst – und stufst dich zurück – du könntest.
Du solltest.

Willst höher hinauf und hast Angst dich fallen zu sehen.

Siehst all die Menschen um dich herum…so durchschnittlich. Hast es im Blut. Die Stimme im Geist welche dich treibt weiter zu gehen. Dir befiehlt, dich aufbaut und zerstört.

Was soll ich mehr noch sagen?

Verabredest dich mit der Stille und reichst dem Schweigen deine Hand. Übelkeit steigt durch deine Nase. Bist schwächlich. Liegst da und bist Sklave deines Körpers.
Dein Körper, welcher einem Egoisten gleichkommt. Dich ausnutzt, nicht beachtet und schändet. Eigenständig ist, aber nicht trennt. Gebraucht dich und wirft dich zusammen mit deinem jungen Geist hinfort. Ohne zu unterscheiden.
Der, welcher dich immer so zeigen wird wie du nicht bist. Der, nach dem sich alles ausrichtet. Der Mittelpunkt eines jeden.

So brillant.

Zwingt dich nutzen von ihm zu machen – lehrt dich, dass du ohne ihn nicht zum Überleben geeignet bist. Habt euch nie getroffen. Geist und Körper – ein flüchtiger Augenblick.
Lebensgeister welche zu Egoisten werden und es ihrem Körper gleichtun.
Zusammenarbeit ohne Nachfrage. Begrenzte Freiheit und brüderliche Achtung.
Der, welcher dich in sich gefangen hält –

er, der Egoist.


holy sleep

Bin müde geworden.
Durstig nach Perfektion.
Krank nach Liebe.
Verwirrt im Geist.
Auf der Flucht vor mir.

Schließe die Augen vor meiner selbst. Kämpfe, um mich fallen zu sehen. Dringe weiter vor ohne zu atmen. Überdecke Makel mit einem raschen Seitenblick.
Setze nie das Ganze, um nicht alles zu verlieren. Vielleicht den Blick für die Realität.
Einen Moment nicht aufgepasst und wieder am Start.
Führe den Kampf der Kontinualität und verliere mein Gleichgewicht. Stecke alles in Schubladen, rastere das Leben. Vielleicht um zu Berechnen, um schneller zu sein als andere. Um Fehler aus dem Weg zu räumen bevor sie erkannt werden.
Erkenne die Fehler im System und spiele sie vor anderen herunter. Immer einen Schritt voraus. Sehen was andere nicht sehen. Nicht jeder kann sehen was er nicht sieht.
Augen, welche auf Nebensächlichkeiten fixiert sind. Keinen Platz mehr für tiefe Dinge. Sie schwimmen an der Oberfläche und atmen den Alltag. Kalt und rauchig. Packst deine Hülle an.
Ganz tief im Geist fragst du dich wer ich bin.

Aber ich werde dir nicht antworten.


Keep your Face.

Er spürte sich. Er lebte. Er konnte seine Fingerspitzen deutlich fühlen und den angenehm warmen Rausch seines Blutes, das durch seinen Körper strömte. Es war das einzige das nicht anhielt.
Der Junge hatte das Gefühl von Raum und Zeit verloren.
Er ging noch mal in sich, begriff seine Anatomie und die geniale Beschaffenheit seines Seins. Der Junge wollte nichts sehen und er sah auch nichts, obwohl seine Augen geöffnet waren. Er konzentrierte sich nun auf sein Auge, auf das Linke. Er konnte spüren wie das Bild des Raumes in dem er sich befand, auf seine Netzhaut prallte und eine kaum merkbare Vibration durch seinen Körper ging. Das Bild war vertikal gespiegelt, er stoppte und sah sich seine Welt an. Da hing ein Stuhl an der Decke und die Decke war mit einem Teppichboden ausgekleidet. Er ließ das Bild nun reflektieren und sah nun wieder alles in normaler Position. Seine Augen schweiften durch den Raum. Da waren drei Stühle, sie waren leer und ein Regal mit einem Kompass der auf Süden zeigte. Der Junge ließ seine Muskeln anspannen und setzte sich auf. Seine Finger spürten das Bettlaken auf dem er gelegen hatte. Er ließ den Reiz ein Wenig in seiner Fingerspitze und ließ ihn dann in sein Gehirn passieren. Es machte ihm Spaß sich selbst auf die Folter zu spannen was er da vielleicht fühlte. Es kribbelte immer so angenehm und verschaffte Erleichterung, wenn er endlich wusste was er da gefühlt hatte.
Es kitzelte ein wenig und es war Baumwolle und sie war weiß und rein und ganz bestimmt frisch gewaschen.
Er konzentrierte sich wieder auf seine Augen, zoomte seine Umgebung an sich heran und wieder weg. Ein Lächeln zeigte sich auf seinem Gesicht. Er wiederholte den Vorgang immer und immer wieder. Er zählte noch mal die Stühle, dann die Stuhlbeine. Es waren drei Stühle und diese hatten insgesamt 12 Stuhlbeine, die Variable x waren die Anzahl der Leute die möglicherweise auf diesem Stuhl Platz hatten. Sie konnten sich zu zweit darauf setzen und auch übereinander. Dazu müsste man aber die Mindestbelastung herausfinden und ein Limit an der Kilogrammzahl der Leute, damit das Ergebnis nicht verfälscht würde. Er brach ab. Der Stuhl hatte an Reiz verloren. Er zoomte noch mal und lächelte wieder. Dann behielt er sein Lächeln willentlich und probierte an seinen Gesichtsmuskeln zu was sie fähig waren. Er wusste dass es 26 waren und dass er den siebten Hirnnerv freigeben musste um eine Änderung der Mimik zu erlangen.
Der Junge ärgerte sich. Er erzeugte in sich einen hohen Blutdruck und ließ sich die Röte in das Gesicht schießen. Er war zornig darüber, dass er den Hirnnerv freigeben müsste, wenn er seine Mimik beeinflussen wollte. Er wollte keine Zwischenstation.
Dann ließ er einfach wieder Entspannung in sein Gesicht wallen. Glatte Flüsse der Entspannung machten sich breit, doch gleichzeitig war er wütend. Alles was er wollte, war die vollkommene Kontrolle über seinen Körper.
Der Junge ließ seine Hand ausholen und schlug sich in sein Gesicht. Er merkte ein Kribbeln auf seiner Wange und stoppte den Reiz, der zu seinem Gehirn geleitet werden sollte. Er ließ seine Finger über die Wange fahren und merkte, dass er blutete. Er zoomte noch mal mit seinen Augen und versuchte in sich zu sehen, doch das funktionierte nicht.
Dann konzentrierte er sich auf sein Blut, das immer wieder seinen Kreislauf floss. Er schwamm mit, nahm eine Abzweigung und wusste er war an seiner Wange. Er merkte deutlich die Gerinnung und den Aufbau neuer Zellen seiner Haut. Das hatte etwas warmes, anschmiegsames, vollkommenes – vollständige Harmonie, Zelle für Zelle, perfekt aneinandergereiht. Harmonisch. Er zog tief Luft in seine Lunge – erlebte alles ganz intensiv und klar. Seine Konzentration war immer da wo er sie haben wollte. Der Junge konnte durch seinen Körper reisen, alles fühlen und erleben und dabei noch sich selbst sein. Er bewahrte sein Gesicht bei allem was er tat. Er hatte die Fähigkeit über sich zu herrschen, sich zu befehlen und nichts dem Zufall zu überlassen, was ihn betraf. Das Zoomen machte ihm immer noch Spaß. Auch konnte er seine Pupillen weiten und sich wieder zusammenziehen lassen.
Er sah sich den Raum, in dem er sich befand, genauer an. Zuvor hatte der Junge ihn bewusst nicht wahrnehmen wollen, Äußerlichkeiten interessierten ihn nicht.
Er sah sich die Wände an, die Raumbeschaffenheit, überschlug und rechnete im Kopf - der Raum hatte insgesamt genau 11,34m² und war 5,50m lang. Er hatte keine Fenster, aber es wunderte ihn auch nicht. Er ließ das Gefühl der Gleichgültigkeit in seinen Kopf einnisten.
Der Junge wusste nicht ob es Tag oder Nacht war, aber das störte ihn nicht. Er war versunken in die Faszination seiner Gestalt und war dabei sich völlig neu zu entdecken. Es war ihm möglich, seine Gehirnregionen besonders zu aktivieren und seine geistigen Fähigkeiten zu erweitern und nach Bedarf abzurufen.

*

Er brauchte keinen Schlaf. Er konnte die Melatonin Bildung verhindern, indem er die Produktion stoppte und aufgrund dessen nicht müde wurde. Das Gefühl von Macht und Freiheit wuchs von Minute zu Minute in ihm.
Sein Gehör war unglaublich perfektioniert und schärfer als die Ohren eines Luchses, wenn er sich darauf einließ. Der Junge konnte die Melodie der Stille hören, die leichten Wogen der Luft, die sich im Raum befand. Den Klang der Stühle, wenn das Holz atmete und die Nadel des Kompasses, die leicht ihren Untergrund striff, wenn er ihn in eine andere Richtung bewegte und leise vor sich hinsummte. Der Junge wusste, dies war sein Leben, doch er wusste nicht warum er dort war und vor allem nicht warum er war wie er war. In seinem Innern wusste er ganz klar, dass sich irgendwann sein Gefühl der Macht und Freiheit mit seinen Fähigkeiten vereinen und dass er dann aus sich herausbrechen würde. Er würde durch das Fenster gehen, weil es dann existierte – ganz bestimmt. Und er würde dann den Schrank suchen, indem er seine Gedanken hineinlegen könnte und sie in Schubladen sortieren und Rechnungen mit ihnen vollbrächte. All das waren gute Gedanken die er sorgsam im Großhirn aufbewahrte.
Jedoch bemerkte er seinen Zerfall nicht, denn er gönnte sich keinen Schlaf und schwamm auch nicht mehr in seiner Blutbahn mit, da es ihm langweilig erschien. Der Junge bemerkte nicht, wie sein Gehör nachließ und seine Bewegungen an Perfektion verloren. Er bemerkte nicht, dass die Nadel wieder, wie anfangs, nach Norden zeigte, obwohl er das Magnetfeld aufgehoben hatte.
Seine Augen waren längst nicht mehr so scharf und sein Sinn nicht mehr so klar, zuvor bewusst abgespeicherte Daten wurden nicht mehr so leicht abgerufen.
Von Minute zu Minute wurden seine Bewegungen langsamer und mechanischer. Er merkte dass er die Kontrolle über sich verlor. Panik packte ihn und er versuchte verzweifelt wieder seine Beherrschung zu erlangen.
Alle seine Gedanken flogen wild durch seinen Kopf. Ein Blumenbeet, er im Bauch seiner Mutter, die drei Stühle. Die Welt kippte. Der Junge blickte zur Tür – es gab keine Tür.

*

„Er wird nicht mehr aufwachen“.
Resigniert blickten die Eltern zu Boden.
„Er liegt nun schon seit fast 3 Jahren im Koma, es ist sehr unwahrscheinlich.“
„Aber merkt er nicht was um sich herum geschieht?“
„Nein“. Der Schalter der lebenserhaltenden Maschine wurde herumgedreht.



Am Ende der Welt.

Da steht ein Haus und es gehört dir. Nur dir und dem der in deinem Herzen wohnt. Nur Frieden und rings um dich lachender Wind. Du wiegst in der Ruhe, singst das Lied der Stille, obgleich dich niemand hört. Nur du und das Haus am Ende der Welt.
Die Reise war kurz und es folgte dir niemand. Niemand mit großen Augen und Unverständnis in seiner Seele. Nur du und dein Einklang. Kein Tag mehr und keine Nacht.
Nur du und das Haus und der in deinem Herzen. Ihr seid eins. Du öffnest die Tür und lässt deine Gedanken fliegen. Sie tanzen über die Wiese bis zum Bach hinunter, um hinab zu tauchen, um deinen Geist zu erfrischen. Du lebst in vollkommenen Illusionen und ohne Schmerz. Sehnsucht die nicht wehtut.
Ist es das Meer oder der Bach, welcher Wellen wirft? Keine unbeantwortete Frage die sich durch dein Mark bohrt. Deine Gedanken erzählst du dem Wind, er bringt sie zu einem sicheren Ort. Es ist nicht Sommer, aber es ist warm. Alles ist zeitlos und so leicht wie eine Feder. Du und ich, wir werden nicht unglücklich sein. Es gibt keine Versprechen, weil wir uns einig sind. Komm mit mir und ich werde bei dir bleiben, aber bitte gehen wir nicht weg.
Du läufst über die Schwelle und fährst über das Moos das auf dem Tisch wächst. Ein Schmetterling der sich auf dem hellgelben Vorhang niederlässt. Der Boden voller Wurzeln, doch du verfängst dich nicht und tanzt unbeschwert durch dein Haus, benetzt im Flug die Schwertlilien mit Tränen der Freude und sie zeigen dir ihr schönstes Gesicht.
Dein Kissen liegt auf einer Astgabel und die Baumkrone ist ein Teil des Dachs. Wenn es regnet tankst du Atem und lebst mit deinem Umfeld intensiver denn je.
Deine nackten Füße ertasten den sich ständig wechselnden Grund und dein Haus seufzt beständig in zufriedener Müdigkeit, wenn sich der Himmel rosa färbt.
In den hölzernen Schubladen deiner naturgebundenen Ordnung schlüpft neues Leben. Einmal im Jahr öffnest du sie und es fliegen eine Schar bunter Schmetterlinge heraus in das duftende Leben. Wurzeln tragen dich hinauf in den zweiten Stock in dem du dein morgendliches Bad einnimmst. Seerosen die bei dir schwimmen - im Sonnenlicht das sich im Wasser bricht und durch dein spinnengewebtes Fensterglas herein scheint.
Du brauchst kein Ziel, du bist dein Ziel. Du lebst und lebst und alles ist gut so wie es ist. Jeder Atemzug eine neue Entdeckung, Tage gleich Wochen und Jahren. Du rennst und kommst zurück, denn du weißt wo du hingehörst. Rivalitäten sind dir fremd, du bist nur neidisch auf dich selbst. Kein Ekel, kein Eitel.
Nur du und ich und das Haus am Ende der Welt, jenseits von euch.


hand that feeds

Schaust zur Decke, wieder auf den Boden, auf den Spiegel der Lichter an die Decke wirft, weißt nicht wo die Wirklichkeit wurzelt.
Spiegel die sich gegenseitig füttern. Hände die sich nach dir ausstrecken und pures Licht halten. Sie kommen näher und zwingen dich davon zu nehmen und du beißt die Hand die dich füttern will, erkennst sie nicht an. Lässt dich nicht umsorgen, spürst die Unabhängigkeit in dir, lebst zwischen zwei Spiegeln und weißt nicht welcher der Wahre ist.
Sitzt auf deinen Knien und beißt nach den Händen. Bist in den Jahren verrückt geworden, weil du dachtest du bekämst das nach dem du dich sehntest und alles was dir zusteht ist das Licht der Erkenntnis welches du nicht gewillt bist zu dir zu nehmen, weil du erkennen würdest.

Würdest sehen und nehmen und hassen.

Fütterst dich selbst mit deinem Schatten und beißt nach allem was dich berührt. Stehst nicht auf, bist irr, bist nicht von dieser Welt aber auch nicht von der anderen.
Reckst das Kinn, fühlst dich gut doch in deinem Herzen ist es dunkel. Und es ist...so naiv. Hast das Dunkel zwischen den Spiegeln nie gesehen, kriechst auf allen Vieren über die blanke Fläche keinem Ausgang entgegen, schaust über dich und kannst nicht sehen.
Da sind nur die Hände die dich füttern wollen und du kriechst auf allen Vieren und beißt nach ihnen, animalisch – vielleicht nicht ganz bei Trost?
Kannst dich nicht anlehnen, weil es nur ein Oben und ein Unten gibt. Weißt um deine Schwäche, wenn du dich nicht füttern lässt. Bist abhängig und doch zu stolz.
Du kannst nicht ohne die Hände leben die dich füttern wollen.
Wie sehr glaubst du an die Existenz von Oben und Unten?

Würdest du hassen?
Würdest du lieben?

Doch du bleibst sitzen und beißt nach den Händen die dich umsorgen und gefangen halten, weil sie wissen wie sehr du sie brauchst. Sie verbinden dir geschickt die Augen, willst du prüfen, ob ein Rechts oder Links existiert.
Nagst an deinem Schatten und blickst stur in das Jetzt. Willst nicht sehen was du nie gesehen hast. Wartest auf das heilige Ende der Geschichte. Wartest auf den irren Augenblick. Er wird kommen, du fühlst es – du weißt es.
Ist es das woran du glaubst?

Und du beißt nach den Händen die dich füttern.


If lines could tell me everything...

Buchstabe für Buchstabe, jeder an seinem Platz. Gedanken springen frei und werden mit kantigen Buchstaben, unbarmherzig gefangen genommen und auf ein kaltes Blatt Papier gedrückt. Es ist so glatt und dünn, dass es nicht atmen kann.
Manchen Gedanken gelingt es zu entwischen, doch die weniger speziellen und nicht ganz so anspruchsvollen kommen in einen Buchstabenkäfig und verlieren ihre Virtualität.
Sie werden von jedem der sie nun sichtbar lesen kann, mit strengem kalten Blick begutachtet und würden sich am liebsten von ihrem Papier lösen.
Sie werden oft missverstanden oder belächelt, das ist etwas was den freiheitsliebenden Gedanken einfach zu wider ist.
Vor Scham und etwas Angst so bloßgelegt und für jeden sichtbar zu sein, rücken sie stets eng aneinander und bilden das was Menschen Wörter nennen. Ein Gedanke ist freier als ein Wort und lässt sich nicht so einfach durch ein bisschen Tinte beleben.
Gedanken zu Wörtern und Sätzen zu zwingen grenzt an Gewalt – denn welcher von ihnen könnte schon eine Fehlinterpretation seines Seins läutern?
Wer weiß schon wo sie sind und zu was sie noch gut sind, außer mit dem Netz der Schreibutensilien gefangen zu werden und dafür verurteilt sind, ihr Leben auf vergänglichem Papier zu fristen.
Die Wenigsten von ihnen werden einmal berühmt. Ein Gedanke ist sehr feinfühlig, die meisten von ihnen zumindest. Überall mag es schwarze Schafe geben, bestimmt auch unter den scheuen Gedanken.
Dennoch würde sich ein Gedanke nie anmaßen sich arrogant in den Vordergrund zu stellen, da er weiß, dass er nur mit allen Gedanken einigermaßen einen Sinn ergeben könnte.
Und man hat ja noch nie ein Buch oder ähnliches gesehen indem sich ein Wort sehr hervortut oder wild über eine Seite hüpft.
Dann gibt es noch die Menschen, die die scheuen Gedanken ködern, aber nur zum Eigennutz, um mit den anderen dressierten Gedanken das moderne Zeitalter zu schreiben. Wenige von ihnen sind das was sie eigentlich ausmachen. Sie werden verpackt in schrille Farben und Formen und an die breite Masse verkauft.
Dennoch verlieren die Gedanken nie ihren Stolz, würdig tragen sie alles was man ihnen anhängt, auch wenn sie eigentlich etwas ganz anderes sagen möchten.
Dann gibt es noch die schizophrenen Gedanken, die Gedanken mit den zwei Gesichtern – die, die man nie verstehen wird, aus denen man nicht schlau wird.
Wahrscheinlich, weil sie noch nicht reif genug sind, sich zu präsentieren oder einfach viel zu tiefgründig sind und ein Gedanke nach dem anderen mit ihnen einhergeht.
Sie gehen hinter- und nebeneinander her einen sehr langen Weg mit vielen Kurven, nicht so schnell und gerade wie die prägnanten Gedanken die immer gleich alles auf den Punkt bringen.
Natürlich muss man die Gedanken auch füttern, damit sie weiter so vital bleiben. Manche werden mit viel Frohsinn ernährt und bewegen sich dann auch so vital durch das Leben. Andere werden überfüttert und finden keinen Weg ihre schlechte gewonnene Energie loszuwerden und werden betrübt und ziehen dunkle Schatten hinter sich her.
Wieder andere werden mit viel Hass gefüttert und werden dazu erzogen mit anderen Gedanken blutige Kämpfe zu ringen und zehren dann des Gegners Energie, um ihre Machenschaften weiterzuführen. Oft sind sie auch darauf aus, noch mehr Anhänger zu finden, die ihre Standpunkte mit unterstützen, um so eine Front aus strammen harten Wörtern, bis hin zu Sätzen zu bilden, die sich mit Ausrufezeichen wappnen, um die kleinen zarten Gedanken unter sich zu begraben.
Die Gedanken kämpfen immer, gut gegen böse – einer von ihnen ist immer wach, in dem Kampf für sich selbst einzustehen, um das zu sein was einen Gedanken ausmacht.
Mit Tiefsinn und Würze und natürlich unerreichbar, sodass man nicht mal einen Bruchteil von ihm für die Menschheit festhalten könnte.
Denn der Ruhm gilt nicht den gefangenen, sondern den freien Gedanken, weil sich jeder nur für sich über seine Gedanken freuen - und eigentlich niemand sonst im Volumen eines entfalteten Gedankens baden kann, außer der virtuelle Autor eines jeden Menschen selbst.



Cold happiness.

Ein Würfel, eckig und kalt. Der Hauch des Nichts und die Enge die nach Freiheit schreit. Du sitzt mit angezogenen Knien, die Augen geschlossen. Schwarzes Licht in den Winkeln deiner Augen. Gefühle die verloren waren. Du presst die Hände an deine Ohren, um zu wissen was du nicht hörst.
Die Welt außerhalb deines Würfels ist zur Vergessenheit geworden. Du hast den Unterschied zwischen Tag und Nacht verlernt.
Alles scheint endlos, das Leben, der Würfel – doch eigentlich erdrückt er dein Herz.
Und dennoch gibt er dir das Gefühl der Geborgenheit und der ebenfalls unendlichen Ruhe. Du sitzt einfach nur in deinem Würfel, keine Entscheidung, kein Wille der gebrochen werden muss. Du lebst dein Leben in 12 Kanten, acht Ecken und sechs Seitenflächen ohne ein Streben nach materiellem Verlangen.
Keine Sorgen um nichts. Dein Körper ist gefühllos, in deinem Geist glimmt ein kleiner Docht der das Warten auf ein wenig Sauerstoff nie aufgibt, um sich zu entfalten.
Du hast genau so viel Platz, dass du dich hinsetzen kannst. Manchmal scheint dich dein Lebenswürfel erdrücken zu wollen, denn manchmal rücken die Wände dessen immer näher und du musst sie laut anschreien damit sie wieder an ihren Platz weichen.
Der Würfel ist dein Leben, deine Hoffnung und deine ewige Zuflucht. Er bewahrt dich vor allem schlechten und vor schrecklich gutem.
Das Leben außerhalb des Würfels hast du vergessen. Du hast Ruhe in dir selbst gefunden. Keine Verletzlichkeit der Seele und keine herben Enttäuschungen mehr. Dein Würfel wird dich niemals enttäuschen.
Du lehnst dich wieder an und legst den Kopf an die rauen Innenflächen deines Schutzes. Du flüsterst dem Würfel leise Liebkosungen zu und fährst mit der Hand über den Boden. Zu Lieben zu was du vertrauen hast, wirst du nie verlernen.
Du erinnerst dich an die Tinten gefärbte Welt vor deinem Sein im Würfel und du frierst.
Wenn du müde bist, kannst du schlafen, bist du wach hast du Zufriedenheit.
Und doch glimmt der Docht unaufhörlich weiter.
Ein tiefer Atemzug genügt und er entflammt. Du atmest tief ein, vergisst was passiert. Der Docht entflammt und du hast das Bedürfnis dich aufzurichten, zu strecken. Das Bedürfnis nach Licht und Tag und Nacht erwacht ihn dir.
Deine kleine Welt wird dir zu eng. Du willst ihr entfliehen. Du möchtest lieber deinen Schutz aufgeben und in die kalte Welt zurück. Gedanken haben dich übermannt und du kommst nicht gegen sie an. Die Wände des Würfels kommen dir bedrohlich vor und die raue Beschaffenheit wird zu etwas Fremden.
Die Stille schnürt dir Luft ab und du sehnst dich nach etwas Lärm. Du schreist, aber dein Schall kommt zu dir zurück. Du hämmerst mit den Fäusten gegen die Wände. Du möchtest weg von deinem Würfel.

*

Eine Wiese, sonnig und Leute die du magst. Der Hauch des Sommers und das Lachen in deinen Ohren. Du hast dir nie etwas anderes gewünscht.
Du liegst auf dem grünen Untergrund und schaust in den Himmel. Sonnenstrahlen kitzeln deine Augenwinkel. Gefühle des Glücks die dich überwältigen. Die Realität verloren. Es ist Tag, doch darüber denkst du gar nicht nach.
Alles scheint endlos, die Wiese, dein Leben und das Glück das du verspürst.
Und doch ist etwas in dir, was dir sagt, dass es nicht ewig so weiter geht. Doch du verdrängst diese Gedanken mit einer Handbewegung, als wolltest du eine Fliege verscheuchen. Du brauchst und willst nichts anderes als dieses Glück, die Sonne und deinen Einklang damit.
Die Welt in warme Sonne getaucht, du mit halbgeschlossenen Augen, um dich herum Blumen, wie du sie magst.
Du kannst das Gras in deinem Nacken spüren, welches dich kitzelt und den Geruch der Blumen riechen, der ohne lange nachzufragen, in deine Nase fährt.
Die Hoffnung ist deine Freiheit. Du genießt sie. Es sollte nie anders sein.
Fast hättest du dich verloren gefühlt, doch du passt dich der Natur die dich umgibt nahezu perfekt an, sodass es niemandem aufgefallen wäre.
Du weißt genau, die schrecklich guten Sachen passieren nicht sehr oft im Leben.
Du hast Ruhe in dir und fühlst dich geborgen in deiner Freiheit.
Wieder schließt du deine Augen.


Öffnest sie wieder und schaust in den Himmel und erschrickst. Über dir fliegen Kampfflugzeuge. Du springst auf, die Wiese ist rot; roter Lebenssaft der zu dir schreit und von allen Seiten kriecht Angst in dich. Die Freiheit bedrängt dich und du wünschst dich fort von diesem Ort, der deine Zufriedenheit widerspiegelte.
Die Sonne brennt auf deiner Haut, jede Idylle ist verloren. Gedanken die verscheucht waren, drängen sich in deinem Kopf. Du schreist und bekommst als Antwort dein leeres Echo zurück.
Du presst deine Hände auf die Ohren, um nicht zu hören was du nicht hören willst.
Du setzt dich auf den Boden, ziehst die Beine an und legst deinen Kopf auf die Knie, kneifst fest die Augen zusammen. Dein einziger Wunsch ist ein Würfel mit Ruhe und Geborgenheit, der nur dir gehört.



Not now.

Schreist in die Außenwelt und erntest höhnisches Gelächter.
Wünschst dir es wäre nicht jetzt, wünschst dir es würde aufhören. Krallst dich fest an allem was dir noch bleibt: an dir selbst.
Ziehst deine Bahnen ohne zu wissen wohin oder wofür. Fragst dich warum es jetzt ist. Fragst dich warum alle sehen und nicht verstehen. Fragst die Ignoranz ob sie dir ihre Liebe leiht. Versuchst es noch ein einziges Mal.
Schlägst gegen den Kreis und rennst und hörst nicht auf es zu probieren. Willst nicht zurück, nur noch raus. Kennst das Ende nicht, hast den Anfang nicht gesehen.
Bist auf dich allein gestellt. Wünschst dir es wäre nicht jetzt.
Hast zuviel gesehen, blätterst in Erinnerungen.
Schaust weg, wenn der Kreis enger wird. Versteckst dich in deinen Augenhöhlen und flehst zum Boden.

Wirst die Erdrückung nicht vergessen, nicht jetzt.
Wirst den freien Fall nicht vergessen, nicht jetzt.
Wirst nicht vergessen wie es ist du zu sein, nicht jetzt.

Wirst du ausbrechen? Nicht jetzt.
Spuren der Verwüstung lasten auf deiner Seele und wirbeln durch deinen Körper. Sie werden dich finden, bei Nacht. Kriechen mit kaltem Geflüster in deine Sinne. Lassen dich ohnmächtig werden und kutschieren deine Gefühle über die Straße der Sehnsucht.
Haben nie aufgehört dich zu suchen.
Lässt dich berauben und bist nackt, schämst dich deiner selbst. Wirst übergossen mit dem eiskalten Schwall der Ungerechtigkeit.
Kein Rennen das dich verstecken könnte ohne dass du gefunden würdest.
Wurzelst in der Angst. Lebst von Irrealität gepaart mit salzigen Tränen. Ein Trunk der dir jedes Empfinden raubt. Bist high und kannst es nicht stoppen. Gibst dich allem hin. Schaust der Ursache nicht in ihr fahles Gesicht. Erträgst das kalte Licht des Tages nicht.
Wünschst dir es wäre nicht jetzt.
Bist erschöpft und legst dich ins Bett der Gefühle. Dein Kissen nährt von deiner Frustration. Da ist Donner in deinem Herzen.
Schaust wieder in den Morgen und hast vergessen.

Nicht jetzt.


High

Hoch hinaus, im rauchigem Sinn deines Seins. Ohne Raum, ohne Zeitangabe. Das weiße in deinen Augen - siehst alles und doch nichts. Ganz tief in dir. Du lebst und kannst atmen. Weißt, dass du dir gehörst und doch einer anderen Welt.
Stimulation und Entfremdung auf gleicher Basis. Niemand der die wirklichen Dinge versteht durch die man sich findet.
Es sind nicht die Farben, es ist der Strom der in dir fließt und dich mitreißt, in seinem unwiderstehlichem Bann der Gefangenschaft der dich umgebenen Freiheit.
Deine Welten - so unergründlich und weit. Du brauchst nur den Odem und deinen Geist und Bewegungen die dich so sehr faszinieren, dass du ihnen völlig erliegst.
Besser als jede Droge, dein Geisteszustand, welcher dich zu jeder Zeit in die Trance bringt, in der du dich befinden möchtest.
Augen, die die Welt als eine völlig andere betrachten. Dinge, die nur du siehst. Ecken und geometrisch angeordnete Gegenstände üben Magie auf dich aus.
Du erlebst ihre ganz eigenen Geschichten so intensiv, dass du eins mit ihnen bist. Du bist blind für die Blicke anderer. Hast deine Begabung in der Konzentration gefunden. Könntest du Wände verrücken, würdest du es tun.

And when I squinted
The world seemed rose tinted
And angels appeared to descend
To my surprise
With half closed eyes
Things looked even better
Than when they were opened
Waiting for the night – Depeche Mode

Deine Empfindungen jagen dir Schauer über den Rücken, doch du bemerkst sie nicht. Denn du weißt worauf du achten musst, um in das fremde Reich einzutreten. Verwahrst sorgsam den Schlüssel der dir gegeben wurde.
Versuche dich zurückzuholen, werden nie glücken. Deine Gedanken gelten nicht Materiellem, sondern neuen, entfremdenden Zwecken dessen. Glücklich mit dir selbst, ohne dass ein Lächeln dich berührt. Deine Gedanken, so fern, dass nur du den Weg in dein selbst erschaffenes Licht finden kannst.
Du hast gelernt so zu leben, um das Beste für dich herauszuholen. Du weißt um die Macht des Blicks und der durchsichtigen Dunkelheit. Stimulierst dich durch augenscheinliche Primitivität, um dort einzutauchen wo deine Heimat ist.
Du hast verstanden. Hast verstanden Dingen den richtigen Wert beizumessen. Bist alleine, aber hast den Mut deinen Weg zu gehen. Bist offensichtlich, lässt dich aber nicht erforschen. Ein Objekt der stetigen Forschung, aber ohne Anteil dessen.
Willst nur dich und deine Welt, die Schwingung und den Lebensstrom, der deine Nahrung ist. Ohne Kenntnis, dass du einer der Wenigen bist, den man zwingen will, zurück in das kalte Leben zu tauchen, welchem du instinktiv den Rücken gekehrt hast.
Du bemühst dich um niemanden, außer deiner selbst. Wirst immer wieder neu kategorisiert und in Schubladen gesteckt, welche du nie öffnen wolltest.
Bist anders - man nennt dich Autist.



Sieben Dinge die ich dir sagen möchte

Wer bist du, dass du berechtigt bist zu hören? Wer bist du, dass du sehen darfst? Wer bist du, dass du mich ansehen darfst? Du, mit deinem Blick der Bände spricht und deinen Händen die du gegen die Sonne hältst, damit du mich mit kaltem und doch faszinierendem Blick betrachten kannst, mein Bild gefangen auf deiner Netzhaut, gefroren in deinem Geist.
Du, der du nur schaust und deinen Kopf dabei so weit neigst, dass sich dir ein neuer Betrachtungswinkel bietet.
Vor deinen Augen bin ich schutzlos, nackt und unbeholfen.
„Du bist mein“, hörst du aus dem Mund deines Betrachters. Doch du kannst nichts darauf erwidern. Deine Lippen bleiben verschlossen, deine Augen halten sich an der Schwerelose fest, die du erfunden hast, um nicht in den unendlichen Raum der Tiefe abzurutschen.
Du möchtest etwas, sagen – eines von den sieben Dingen die du nur einmal über deine Lippen bringen möchtest. Du bewegst sie, doch es kommt kein Ton.
Dein Gegenüber säuselt ein paar beruhigende Töne, als hättest du etwas gesagt was dich aufregt und fährt mit seinem Finger langsam nach oben und legt ihn dir auf deine Lippen, die immer noch leicht geöffnet sind.
Eines von den sieben Dingen ist ganz bestimmt, dass er so verharren sollte. Du wünschst dir nichts sehnlicher als einen Eiskristall den du gefrieren und tauen könntest, wann immer es dir lieb ist. Deine Gedanken versuchen das Gefühl des Fingers auf deinen Lippen in den Eiskristall zu gefrieren, doch wie jedes Mal sank der Finger wieder ab.
Alles was blieb bist du, mit leicht geöffnetem Mund und Augen die Sehnsuchtsvoll versuchen deinen Beobachter zu erhaschen.
Sieben Eiskristalle wünschst du dir, für jedes der Dinge, die du gerne sagen würdest.
Du bist gefangen in dir selbst und ein stummer Schrei ist alles was dir bleibt, doch er versiegt in der Erde, bevor ihn jemand zur Kenntnis nehmen kann.
Dein Betrachter lässt immer noch nicht von dir ab. Er fixiert dich und nagelt dich mit seinen stahlblauen Augen in der Luft fest.
„Bist du mein?“
Du schaust auf den Boden, leicht beschämt und doch verzückt. Im Rausch der Worte, im Rausch der sieben Dinge die dir auf den Lippen liegen und doch niemand der kommt und sie dir nimmt. Der zweite Eiskristall der Sieben rinnt dir als Träne über deine Wange. Doch niemand kommt und wischt sie weg. Augen die nicht verstehen und dich trotzdem so durchdringend ansehen schauen weiter auf dich herab. Der Schmerz den dir keiner nimmt. Niemand der dich erlöst. Du, in deiner tintengefärbten Welt, wer bist du?
Dein Betrachter macht einen leisen Schritt auf dich zu – der Aufprall seines Fußes lässt dein Inneres erzittern. Alle Geräusche klar und rein, so klar, dass du Angst bekommst.
Sie kriecht vom Dielenboden an dein Bein und zieht sich zu dir hoch bis zu deinem Hals. Du merkst wie es dir eng wird, doch auszubrechen ist unmöglich. Du legst dir deine Gedanken zurecht. Deine Augen sprechen zu deinem Gegenüber. Es ist der dritte Kristall – er soll dich festhalten und nie mehr loslassen. Nur einmal das Gefühl. Das Gefühl von Wärme und Geborgenheit. Du frierst.
Augen die das nicht wahrnehmen. Augen die auf deine Lippen fixiert sind, auf deine Augen. Vielleicht auch auf deine Haare. Du weißt es nicht, kannst es nicht wissen. Der bittersüße Duft von Unverständnis und Gefangenschaft, der sich in deiner Nase breit macht, ätzend wie Säure. Der vierte Eiskristall, der Geruch dieses Unverständnisses, zum Tauen, damit jeder riechen könnte, was du riechst. Jeder hat das Recht auf deine Empfindungen, auch die die dir den Atem lähmen.
Dein Betrachter, wie ein Künstler dein Portrait festhaltend, ohne Zeit und Raum. In die Luft gepinselt und doch nicht zum Verkauf bereit, weil die Farbe nie trocknet.
Deine Kehle ist rau, du schluckst. Er sieht dich an. Deine Augen füllen sich mit Tränen- Tränen die dir nicht zustehen, die du nicht weinen darfst.
Das Vierte der Dinge, die du sagen möchtest – wende deinen Blick niemals ab von mir. Steh mir bei. Gib mir Halt. Lass nicht zu, dass der Eiskristall zerschmettert, nur weil du dich von mir abgewandt hast. Weil dein Blick mich nicht mehr hält und dein leiser Atem nicht mehr für mich singt.
Du senkst den Blick. Dein Betrachter hebt mit einer sanften Handbewegung dein Kinn wieder in die für ihn bestimmte Position, in die, welche du ihm gefällst.
„Schau mich an, du bist doch mein?“
Dein Kinn ruht auf seiner Hand, mit den Fingern über deine Wangen streichend.
Der fünfte Kristall. Deine Augen flehen zu deinem Betrachter. Gib mir Odem, gib mir etwas von deinem Lebenssaft. Gib mir Freude, Glück und Hoffnung. Niemals war dein Atem weniger für mich als eine gute Mahlzeit, etwas das mich ernährte wenn ich nicht gewillt war zu essen.
Dein Betrachter nimmt dich mit leichter Hand an den Schultern, wiegt dich hin und her. Die Kraft in der Ruhe des Sinns. Du verfällst der Melancholie deines periodischen Schwungs. Deine Gedanken singen über das Sechste der Dinge die du deinem Betrachter gern sagen würdest.
Tanz mit mir. Nimm meine Hand und raube mir die Sinne. Lass mich leicht wie eine Elfe über das nasse Gras tanzen, aber folge mir und lass mich nicht allein.
„Du bist mein, nicht wahr?“
Dein Betrachter legt seine Hand an deinen Hinterkopf und legt wieder seinen Finger auf deine Lippen ab. Sein Blick unbestechlich und voll Feuer. Er hat alles von dir, alles besitzt er, doch nur deine Stimme nicht, die niemand hörte außer vielleicht du selbst, vielleicht in deiner Phantasie.
Er küsst dich auf deine Lippen. „Sag es, sag dass du mein bist!“
Du brichst unter seinen sanften Händen zusammen, zu sanft um dich zu halten. Der siebte Eiskristall zerbricht in tausend Teile. Du badest im Fluss der ewigen Tränen. Das Siebte der Dinge die du sagen wolltest begräbt nun alle anderen. Du liegst am Boden und versucht die Splitter der Kristalle aufzulesen, aber was bleibt sind bloß zerrüttete Eindrücke und gebrochene Gefühle.
Du hattest nie das Vorrecht die Macht der Stimme zu gebrauchen. Niemals konntest du deine Zuneigung durch Worte ausdrücken.
Deine Lippen bewegen sich, man hätte lesen können wie du sagst, ich bin dein; bevor du dich hinlegtest um zu dem zu werden was deine Stimme war.



It doesn’t matter.

Was fühlst du?
Du starrst ins Leere. Ein Regentropfen an deiner Nase. Er fällt und du fällst mit ihm. Ins Bodenlose. Liegst auf dem kalten Grund. Wühlst mit deinen Fingern in der Erde, kopflos.
Hast dir dein Ziel gesteckt um es aus den Augen zu verlieren. Bist gerannt um nie anzukommen. Hast gefühlt um Schmerz zu lernen.
Um zu lernen wer du bist. Zeitraffer oder nicht, es geht weiter. Immer. Niemand der auf dich wartet. Rennst deine Meilen als wären sie nicht existent.
Niemand der dir zuschaut oder Beifall spendet. Du krallst dich an alles was du nicht fassen kannst. Dein Sinn der vor dir verfliegt, frei wie ein Vogel. Du machst dir keine Mühe.
Kühle Erde unter deinen Fingernägeln, deine Hände braun vom Lehm. Ein seltsam naturgebundenes Gefühl.
Du kannst nicht bekämpfen was in dir ist. Du kannst nur bekämpfen was aus dir herausströmt. Deine Umwelt bekämpfen. Damit niemand die Grenze zu dir überschreitet. Versuchst das Rennen zu gewinnen, bei dem du nie losgelaufen bist.
Mondschein. Die Schwerelose und doch anziehende Welt. Vor deinen Augen verschwimmt dein Umfeld. Vergisst die gestohlenen Versprechen.
Du bist in Trance. Der Duft der Erde betört deinen Geist. Nichts was du je wieder erkannt hättest. Phantastische Welten die nicht größer sind als ein Schuhkarton. Morgen geht die Sonne auf, doch du wirst nicht dabei sein. Die Erde ist zu dunkel um Licht zu reflektieren. Das Licht wird zu kalt sein. Zu kalt für dich. Zu warm für die Menschen.
Deine Hände krampfen. Zwischen deinen Fingern rieselt die Erde und eine Wurzel löst sich. Das einzige was du bemerkst.
Du wirfst dich auf die Knie und weinst, versuchst die Wurzel, den Nabel der Natur, wieder in die Erde zu betten. Du wolltest das nicht. Du wolltest doch niemandem wehtun. Du wolltest sie nicht wecken, aus ihrem traumhaft süßen Schlaf.
Schuld die in dir wächst. Du wühlst und schaufelst immer heftiger mit deinen Händen in der feuchten Erde. Wiegst dich hin und her und schluchzt laut, während du versuchst wieder gut zu machen, was du getan hast.
Es hätte doch wachsen können, vielleicht wäre es einmal ein Baum geworden, ein jemand der beständiger ist als du, der das Anrecht besitzt zu atmen und die Stille zu genießen. Sie gehört dir doch nicht. Du wolltest nichts behindern du wolltest nur helfen.
Der Schleier der Tränen der dich umgibt. Du überholst Gestern und den Tag davor in einem Atemzug.
Du spiegelst dich in dieser Wurzel. Wenn du in den Spiegel blicktest hattest du dich nie erkannt. Das warst nie du. Ein Fremder. Jemand der nicht hingehört wo er sich befindet. Du blickst das kleine noch lebende Naturwunder an, es ist auch dein Leben. Und du warst derjenige der es zerstört hat ohne es zu merken. Der Schmerz und die Erkenntnis die dich laut aufschreien lassen.
Du hast zerstört was du retten wolltest. Siehst und bist blind. Deine zitternden Hände fahren über die Erde. Du kniest im Bad der Natur und hast dich als untauglich bewiesen. Du streckst deine Arme in den Himmel und weinst laut.
Du warst weit weg und bist als jemand anderes zu deinem Sinn zurückgekehrt.
Niemand der dich gesehen hat.